Was euch erwartet und wo ihr am meisten seht

Feuerwerk in Istanbul

Wenn ihr die Bilder gesehen habt — Feuerwerk über der beleuchteten Bosporusbrücke, Spiegelung im Wasser, Skyline im Hintergrund —, dann ist die wichtigste Information dieser Seite vermutlich eine Überraschung: Ein offizielles Silvesterfeuerwerk der Stadt Istanbul gibt es nicht.

Was den Himmel über dem Bosporus füllt, kommt von privaten Feiern, von den Hotels, von den Clubs am Wasser und von den Ausflugsschiffen selbst. Das Ergebnis ist kein Spektakel an einem Ort, auf das alle gleichzeitig schauen, sondern ein Flackern über der ganzen Stadt, das sich im Wasser bricht. Beeindruckend — aber eben verteilt. Und daraus folgt fast die gesamte Abendplanung.

Weites Nachtpanorama über Istanbul mit der beleuchteten Bosporusbrücke und der Skyline
Das Feuerwerk verteilt sich über die ganze Stadt. Wer viel sehen will, braucht Höhe oder das Wasser.
Es gibt keinen Ort, an dem das Feuerwerk stattfindet

Die eine Regel: Wasser schlägt Platz

In Wien geht man auf den Silvesterpfad, in Athen auf den Syntagma-Platz. In Istanbul funktioniert das nicht, weil es keinen Ort gibt, an dem das Feuerwerk stattfindet. Wer auf dem Taksim-Platz steht, feiert mit zehntausenden Menschen — sieht vom Feuerwerk aber wenig, weil der Platz von Gebäuden umschlossen ist und weit vom Wasser entfernt liegt.

Die gute Sicht habt ihr dort, wo der Blick weit ist: am Ufer, auf einem Hügel, auf einer Terrasse — oder auf dem Wasser.

Von Ortaköy bis zur asiatischen Seite

Die sieben besten Aussichtspunkte

Ortaköy

Direkt unter der ersten Bosporusbrücke, mit der kleinen, weiß leuchtenden Ortaköy-Moschee im Vordergrund. Das ist das Motiv, das ihr von den Fotos kennt, und entsprechend ist es hier voll. Der Uferplatz ist klein, die Stände mit Kumpir und heißen Getränken laufen die ganze Nacht.

Für wen: die klassische Postkartenperspektive, viel Stimmung. Beachten: früh dasein, mit Gedränge rechnen, auf Taschen achten.

Galataport und Karaköy

Die neue Uferpromenade zwischen Karaköy und Tophane. Weiter Blick über den Bosporus-Eingang auf die historische Halbinsel mit Hagia Sophia und Süleymaniye-Moschee, dahinter die asiatische Seite. Deutlich mehr Platz als in Ortaköy, gute Anbindung mit der Straßenbahn T1.

Für wen: wer Weite und Bewegungsfreiheit will.

Galata-Brücke

Zentral, kostenlos, freier Blick in beide Richtungen — auf das Goldene Horn und den Bosporus. Die untere Ebene ist voller Fischrestaurants, die obere ist Fußgängern und Anglern vorbehalten.

Für wen: wer spontan unterwegs ist und einen Platz braucht.

Galataturm und Umgebung

Der Turm selbst ist zu Silvester meist nur mit Ticket und lange im Voraus zugänglich, aber die Gassen und kleinen Terrassen rundherum liegen hoch genug für einen weiten Blick über Goldenes Horn und Bosporus.

Für wen: Höhe ohne Reservierung, wenn man rechtzeitig einen Platz sucht.

Bebek

Weiter nördlich am europäischen Ufer, ruhiger und gehobener als Ortaköy. Uferpromenade mit Cafés, Blick auf die zweite Brücke und die Festung Rumeli Hisarı.

Für wen: wer die Nacht ohne Gedränge verbringen will und länger anfahren kann.

Kadıköy, Moda und Üsküdar — die asiatische Seite

Der unterschätzte Tipp. Von der asiatischen Seite seht ihr die europäische Skyline im Ganzen — also genau das, was um Mitternacht leuchtet. Von Üsküdar liegt der Mädchenturm im Vordergrund, von Moda habt ihr den weitesten Blick über das Marmarameer. Deutlich weniger Menschen, deutlich günstigere Restaurants.

Für wen: Panorama statt Mittendrin. Beachten: Rückweg planen, siehe Anreise & Verkehr.

Auf dem Wasser

Die beste Perspektive überhaupt. Ein Schiff ankert um Mitternacht üblicherweise zwischen den beiden Brücken — dort seht ihr Europa und Asien gleichzeitig leuchten, mit dem Dolmabahçe-Palast und den Brücken im Blick. Alles dazu unter Bosporus-Kreuzfahrt.

Bequem, aber mit zwei Einschränkungen

Und die Dachterrassen?

Die bequemste Variante: warm, verglast, mit Tisch. Zwei Einschränkungen — die meisten Rooftops in Istanbul sind Saisonbetriebe und im Januar geschlossen, und die, die öffnen, sind am 31. Dezember reservierungspflichtig. Welche Terrasse welchen Blickwinkel hat, steht unter Dachterrassen.

Kurz gesagt: lasst es zu Hause

Darf man selbst Feuerwerk zünden?

Der private Verkauf und das Zünden von Feuerwerkskörpern unterliegen in der Türkei einer Genehmigungspflicht. In der Praxis wird in der Silvesternacht trotzdem viel privat gezündet — was ihr am Himmel seht, ist zum großen Teil genau das. Für euch als Reisende gilt trotzdem: Lasst Feuerwerk zu Hause. Die Einfuhr pyrotechnischer Artikel ist zollrechtlich problematisch, und in einer Menschenmenge ist es ohnehin gefährlich.

Vier Punkte, die den Unterschied machen

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Feuerwerk und Aussichtspunkte

Häufige Fragen

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