Am 31. Dezember gilt fast überall das Festmenü

Restaurants & Galamenü in Istanbul an Silvester

Die teuerste Überraschung des Istanbuler Silvesterabends ist keine Party und kein Hotel — es ist das Abendessen. Am 31. Dezember arbeiten praktisch alle Restaurants der Stadt mit einem festen Galamenü zum Fixpreis, häufig mit Anzahlung, oft mit Mindestverweildauer bis nach Mitternacht. Wer damit rechnet, à la carte zu bestellen, wird an diesem Abend keinen Tisch finden.

Das ist kein Abzockmodell, sondern in Istanbul üblich: Der Silvesterabend ist das Menü, inklusive Musik und Programm. Man geht nicht essen und danach woandershin — man bleibt.

Gasse in Istanbul mit gedeckten Tischen beidseitig und Lichterketten in der Dämmerung
Gedeckte Tische in einer Istanbuler Gasse. Am 31. Dezember gilt fast überall ein festes Galamenü.
Meze, Rakı und ein langer Abend

Wie in Istanbul an Silvester gegessen wird

Der Abend beginnt später als in Deutschland, meist zwischen 20 und 21 Uhr, und zieht sich über Stunden. Das Grundprinzip der türkischen Tafel ist die Meze-Reihe: zahlreiche kalte und warme Vorspeisen, die gleichzeitig auf den Tisch kommen und geteilt werden. Dazu Rakı, der Anisschnaps, der mit Wasser verdünnt und langsam über den ganzen Abend getrunken wird — nie als Kurzer. Erst danach folgen Fisch oder Fleisch.

Zum Jahreswechsel kommt in vielen türkischen Haushalten außerdem ein gefüllter Truthahn auf den Tisch, ergänzt um Reis mit Kastanien und gefüllte Weinblätter. In Restaurants findet ihr ihn seltener, in Hotelgalas dagegen oft als Hauptgang. Mehr zu den Bräuchen unter Yılbaşı.

Von der Meyhane bis zum Hotelrestaurant

Die vier Kategorien

Meyhane — die türkische Taverne

Das authentischste Erlebnis. Eine Meyhane ist kein Restaurant im deutschen Sinn, sondern ein Ort, an dem man vier bis fünf Stunden sitzt: Meze, Rakı, Gespräch und oft Fasıl, klassische türkische Livemusik, bei der die Musiker von Tisch zu Tisch ziehen.

Wo: Nevizade Sokak in Beyoğlu ist die historische Meyhane-Gasse direkt neben der İstiklal — lebendig, fotogen und stark touristisch, mit entsprechenden Preisen. Asmalımescit ein paar Straßen weiter westlich fühlt sich lokaler an. Die derzeit lebendigste Meyhane-Szene liegt aber auf der asiatischen Seite, in den Gassen hinter dem Markt von Kadıköy.

Rechnet mit: einem langen Abend, lauter Musik, und einer Rechnung, in der Rakı einen erheblichen Anteil hat — Alkohol ist in der Türkei hoch besteuert.

Dachterrassen und Fine Dining

Das Gegenteil: ruhiger, teurer, mit Aussicht. Häuser wie Mikla im The Marmara Pera oder die verglasten Hotelterrassen entlang des Bosporus bieten zum Jahreswechsel mehrgängige Menüs mit Blick auf das Feuerwerk. Für die Silvesternacht ist das die komfortabelste Variante — warm, beheizt, mit Tisch und Terrassenzugang zur Mitternacht. Details unter Dachterrassen.

Fischrestaurants am Wasser

In Ortaköy, Bebek, Kumkapı und am Kadıköy-Ufer. Frischer Fisch, Meze, oft mit direktem Blick auf den Bosporus. Zu Silvester ebenfalls mit Festmenü, und die Häuser mit Wasserblick sind zuerst ausgebucht.

Hotelrestaurants

Die unkomplizierteste Lösung, gerade mit Kindern oder wenn ihr nachts nirgendwo mehr hinwollt. Prüft aber, ob das Galadinner im Zimmerpreis bereits enthalten oder verpflichtend ist — dazu mehr unter Silvesterreisen & Hotels.

Der wichtigste Abschnitt dieser Seite

Reservierung

Ab wann. Für den 31. Dezember reserviert ihr realistisch im Oktober, für Häuser mit Bosporusblick früher.

Anzahlung. Zu Silvester in Istanbul die Regel, nicht die Ausnahme. Üblich sind Vorauszahlungen per Überweisung oder Kreditkarte, häufig nicht erstattungsfähig.

Bestätigung. Lasst euch die Reservierung schriftlich bestätigen — mit Datum, Uhrzeit, Personenzahl und dem Hinweis, was im Menüpreis enthalten ist. Telefonische Zusagen ohne Bestätigung sind zum Jahreswechsel wenig wert.

Wenn die Reservierung schiefgeht. Passiert regelmäßig — überlastete Systeme, unbestätigte Anfragen, Sprachbarrieren. Ruft an, statt zu mailen, lasst euch vom Hotelempfang helfen, der macht das jeden Tag und spricht Türkisch, und habt einen Plan B in einem anderen Viertel. Kadıköy und Beşiktaş haben am 31. Dezember spürbar mehr freie Tische als Beyoğlu.

Fünf Auswege

Wenn alles ausgebucht ist

  1. Früher essen. Manche Häuser bieten eine erste Sitzung am frühen Abend und eine zweite zur Mitternacht. Die erste ist oft noch frei.

  2. Viertel wechseln. Kadıköy, Moda, Beşiktaş und Karaköy statt Nevizade.

  3. Auf das Schiff ausweichen. Bei einer Bosporus-Kreuzfahrt ist das Essen ohnehin dabei.

  4. Hotelgala nehmen. Oft länger buchbar als die bekannten Restaurants.

  5. Streetfood. Kumpir, Simit und gegrillter Fisch gibt es in Ortaköy und Eminönü auch am 31. Dezember — kein Galaabend, aber ein sehr istanbulerischer.

Rund zehn Prozent, in bar

Trinkgeld in Istanbul

In Restaurants und Meyhanes sind etwa 10 Prozent üblich, in gehobenen Häusern auch mehr. Prüft die Rechnung: Bei Galamenüs ist ein Servicezuschlag manchmal bereits enthalten und als servis ausgewiesen — dann reicht Aufrunden. Musiker, die am Tisch spielen, erwarten ein separates Trinkgeld; wer das nicht möchte, winkt freundlich ab. Bargeld in Lira ist dafür praktischer als Karte.

Menü, Meyhane und Anzahlung

Häufige Fragen

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